Agnus Dei

Agnus Dei (als Vervollständingung für Mozarts c-Moll Messe | Musik & Text)

Zum AGNUS DEI von Thomas Emanuel Cornelius
(erschienen erstmalig im Programmheft zur Uraufführung in Stendal am 27.09.2015)

Meine Komposition verstehe ich als eigenständiges Werk, das sich nahtlos an Mozarts Benedictus der c-Moll-Messe anschließt und zu einer selbstständigen Fortsetzung – sowohl inhaltlich als auch musikalisch – entwickelt. Es ist weder eine Stilkopie noch eine Rekonstruktion. Im Vergleich zu einem klassischen Agnus Dei habe ich den Text des Agnus Dei erweitert, so dass eine zusätzliche Handlungsebene entsteht. Es sind Ergänzungen in Anlehnung an verschiedene Psalmverse und den lateinischen Messtext, die dem besseren inhaltlichen Verständnis des Agnus Dei dienen sollen. Der Chor singt vorrangig den traditionellen Agnus-Dei-Text, während die Solisten die neuen Textbausteine übernehmen. Ihnen sind u. a. versteckte Rollen und Funktionen sowohl inhaltlich als auch musikalisch zugewiesen. Im Grunde erzählen sie indirekt auch eine Geschichte. Es baut sich wie bei aufeinander folgenden Opernszenen auf, entwickelt sich und ist die Transformation des abstrakten religiösen Lamm Gottes auf das einzelne Individuum der heutigen Gesellschaft.

Inhaltlich besteht das Werk im Großen aus zwei Teilen, einem Agnus-Dei-Teil, der das Leid und die Opferung vertont und einem Pacem-Teil, der den Wunsch und die Forderung nach Frieden und die dann tatsächlich eintretende Erlösung thematisiert. Es ist dennoch keine bekannte ‚Krieg-und-Frieden‘-Einteilung. Beide Teile sind inhaltlich und musikalisch miteinander verwoben. Es sind musikalische Elemente, die immer wieder auftauchen, stets präsent sind, sich verändern, in neuer Gestalt wieder erklingen und von ‚miserere‘ zu ‚pacem‘ wandeln. So ist es letztlich wie im Leben – es gibt ständig Leid und Frieden. Doch das Leben ist, nachdem man Leid durchlebt hat, egal in welcher Form auch immer, anders. Schlussendlich gehören auf dem Lebensweg Verlust und Glück dazu und sind voneinander nicht zu trennen… so dass im Verlust, in Bezug auf das Agnus Dei jenes Lamm Gottes auch das Glück, der Frieden sein kann.

Als Orchestergrundlage dient Mozarts Besetzung (Flöte, je zwei Oboen, Fagotte, Hörner und Trompeten, drei Posaunen sowie Pauken und Streicher). Diese Besetzung habe ich um Harfe und Celesta erweitert sowie Piccolo-Flöte, Kontrafagott und Tuba. Des Weiteren im Schlagwerk Röhrenglocken, Glockenspiel und Perkussion.

Die Aufführungsdauer beträgt ca. 22 Minuten.

Besprechungen in der Presse

Bisherige Aufführungen:

Stendal, Dom St. Nikolaus
27.09.2015 – Uraufführung
Wolfgang Amadeus Mozart – Große Messe in c-Moll
Thomas Emanuel Cornelius – Agnus Dei
Domchor Stendal, Mitteldeutsches Kammerorchester
Sopran: Hanna Zumsande, Cornelia Samuelis
Tenor: Matthias Bleidorn, Bass: Jonathan de la Pas Zaens
Leitung: Domkantor Johannes Schymalla
Auftragswerk der Domkantorei Stendal

Marburg, Elisabethkirche
Sa, 11. Juni 2016 – 18 Uhr
So, 12. Juni 2016 – 18 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart – Große Messe in c-Moll
Thomas Emanuel Cornelius – Agnus Dei
Kantorei der Elisabethkirche, Solisten, Marburger Kammerorchester (Celesta)
Dirigent: Nils Kuppe

Bochum, Anneliese Brost Musikforum Ruhr – Großer Saal
Fr, 12. Mai 2017 – 20 Uhr

Köln, Philharmonie
So, 14. Mai 2017 – 11 Uhr

Wolfram Buchenberg
Cantico di frate sole (2001) Sonnengesang des hl. Franz von Assisi für Mezzosopran, Chor und Orchester
Wolfgang Amadeus Mozart
Missa c-Moll KV 427 (417a) für Soli, Chor und Orchester
Thomas Emanuel Cornelius
Agnus Dei
Anja Petersen Sopran
Angela Davis Sopran
Florian Cramer Tenor
Raimund Nolte Bass
Kölner Kantorei
Bochumer Symphoniker (Continuo, Celesta)
Georg Hage Dirigent

Saarbrücken, Ludwigskirche
So, 29. April 2018
Hanna Zumsande Sopran
Cornelia Samuelis Sopran
Michael Connaire Tenor
Jörn Dopfer Bass
Mitglieder der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Der Chor Pardall
Hannelotte Pardall Leitung